15.07.2013

Werte im Verfall der Zeit

„Früher war alles noch besser” – Diesen Satz habe ich, und ich wette auch jeder an der Mensch in Deutschland, schon von Menschen gehört, die ein klein wenig betagter waren, als ich selbst. „Jaja Opa, wird schon!” Ungefähr so hätte meine Antwort als Jugendlicher gelautet und ich gehe davon aus, dass viele vor allem junge Menschen diese Aussage überhaupt nicht ernst nehmen können.

Sie schieben es eher in die Sparte „anfangende Demenz”, anstatt dass sie mal nachfragen, was diese alten Menschen denn damit meinen, denn irgendeinen Sinn muss es ja haben, was sie sagen.

Umfrage ueber den Islam in AugsburgAber nein, es interessiert uns nicht. Wir sind überzeugt, dass die Gesellschaft in der wir leben, sich auf der Werteskala steil nach oben entwickelt, oder zumindest stagniert. Wozu sollte ich mir denn auch den Kopf zerbrechen, ob die Werte verfallen, ob Opa recht hat, wenn er uns erzählt, dass man vor 50 Jahren noch schriftlich nachweisen musste, dass man verheiratet ist, wenn man sich ein Doppelzimmer im Hotel nehmen wollte. Er würde uns berichten: „Junge, wenn man "damals" als Eltern eines Sohnes ein Mädchen im Haus übernachtet lassen hatte und es danach schwanger war, konnten die Eltern (des Sohnes) strafrechtlich belangt werden.

Es war ein Skandal, vor der Ehe Sex zu haben. Wenn man so etwas von Opa hört, denken wir gleich: „Ah, also null Spaß und Fortschrittliches Denken Fehlanzeige”. „Opa du tust mir echt leid, wie konntest du das überhaupt überleben, das ist ein Wunder!”

Kann man in einer Welt leben, in der es normal ist zu heiraten bevor man sich ins Schlafzimmer verdrückt? Die heutige Antwort ist nein! Aber leben wir in einer Welt in der es ein moralisches Vergehen ist, wenn ein 12 jähriger zur Bier- oder Wodka-Flasche greift? Die Antwort ist wieder nein! Wir machen uns weder Sorgen, noch Gedanken dass unsere „Jugend” kiffend und trinkend, oh Entschuldigung, saufend ihre Perspektivlosigkeit verdrängt. Es ist für uns normal geworden, dass ca. 50-60 % der 14 Jährigen ihren ersten Sex schon hinter sich haben. Das 5. Klässler Pornos auf der Schultoilette drehen, ist für uns höchstens ein Thema für den Samstagabend, um vor unseren Freunden zu punkten.

Es stört uns nicht, dass es Live-Sex in Discos gibt und dass unsere Kinder wenn sie 18 sind, dort hineingelassen werden. Wenn die Moral von Generation zu Generation weitergegeben wird und dabei nicht schlechter wird, wären wir noch auf demselben Stand wie vor 50 Jahren. Aber wir haben eher Mitleid mit jemand der beim Saufen die Kontrolle verloren hat und die Nacht im Krankenhaus verbrachte, im Gegensatz zu früher, in der solch ein Verhalten Schande für die ganze Familie bedeutet hätte.

Die Frage ist, was war damals anders als heute? Abgesehen davon, dass die Jugend macht was sie will und die Eltern nur in die Glotze sehen anstatt sich mit ihren Kindern zu beschäftigen, hat sich etwas Entscheidendes verändert.

Damals wusste das ganze Dorf, die ganze Familie, wenn der 16 jährige Sohn einen Rausch hatte. Das war so etwas besonderes, wie heute … äähm… mir fällt nichts ein, sorry. Die Eltern schämten sich in Grund und Boden, es war Schande für ihr Ansehen im Dorf und ihre Ehre als Eltern. Ihre Anerkennung vor den Bekannten war stark angekratzt. Heute ist es normal über die Strenge zu schlagen. Es gibt kein Richtig und Falsch mehr.

Es gibt nur noch etwas das sich wie „jedem das seine!” und „wenn du meinst, es sei gut für dich, dann ist es gut!” anhört. Wenn es alle machen, wenn der Fernseher, in den wir stundenlang hinein glotzen, anstatt zu nachzudenken, uns ein Lebensstil vollkommener scheinbarer Freiheit und eine „Nur du selbst bist wichtig”- Mentalität vermittelt, dann verändern sich Werte und Moral auf einem Weg, der steil nach unten führt. Ohne gesellschaftlichen Druck, ohne Familien, in denen Verhalten der Söhne Auswirkung auf das Ansehen der Eltern hat, verfallen Werte und Moral von gestern. Wenn es keine Konsequenz mehr für Fehlverhalten gibt, dann ist plötzlich alles richtig. Die nächste Generation steht schon in den Startlöchern. Opa wollte uns noch warnen.

Die Notbremse gibt es nicht.

Doch Gott hat es in der Bibel schon vorausgesagt:

Dies aber wisse, dass in den letzten Tagen schwere Zeiten eintreten werden; denn die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldliebend, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, lieblos, unversöhnlich, Verleumder, unenthaltsam, grausam, das Gute nicht liebend, Verräter, unbesonnen, aufgeblasen, mehr das Vergnügen liebend als Gott, die eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen. (aus 2. Timotheus)

Gruß Marcus